An der Schnittstelle zwischen Kunst und Handwerk bilden wir - die 60 Werker:innen der AKK - ein interdisziplinäres, regionales Netzwerk in und um Köln. Wir stellen gemeinsam aus. Wir bereichern uns gegenseitig. Wir lernen voneinander, neugierig und über die Grenzen unserer Gewerke hinweg.

Mit unserer hochwertigen Gestaltungsarbeit aus den Bereichen Keramik, Textil, Glas, Holz, Leder, Papier, Stein und Schmuck entstauben wir den traditionellen Begriff des Kunsthandwerks und positionieren unsere Werke als Alternativen zum industriellen Massenprodukt.




WERK.


SCHAU

eins zum anderen 2022


KUNST.HAND.WERK. vor Ort. Holzgefäße in der Keramikwerkstatt oder Keramik im Schmuckgeschäft: Werke verschiedener Gewerke treffen sich in den Verkaufsräumen ausgewählter Mitglieder. Vom 17. November bis 23. Dezember laden wir ein zu einem Rundgang durch die Stadt und freuen uns, Sie in diesem persönlichen Rahmen zu begrüßen.

Weitere Informationen




WERK.


STATT

Im Fokus.

Helga Becker


Textil






In loser Reihenfolge nimmt uns ein:e Werker:in die eigene Werkstatt und erzählt ein wenig von sich.



Warum hast Du Dich für dein Gerwerk entschieden?
Im Haus meiner Großeltern hatte eine Gewandmeisterin ihr Atelier. Dort bin ich schon als Kind mit Textilien groß geworden.

Was machst Du als erstes, wenn Du in die Werkstatt kommst?
Ich mache Radio und Heizung an und dann stelle ich die Materialien zusammen mit denen ich heute arbeiten möchte.

Welches ist Dein Lieblings Werkstoff?
Baumwolle, Leinen, Seide, Mohair, Merino …

In welchem anderen Gewerk würdest Du gerne einmal arbeiten?
Ich würde gerne noch mehr mit Papier experimentieren.

Welche:r Werker:in hat Dich geprägt? Hast Du ein Vorbild?
Ganz am Anfang meiner Arbeit war es die Weberin und Autorin Annerose Wald und all die Weber rund um die Sindelfinger Webschule in den 80 er und 90 er Jahren.

Was machst Du, wenn Dir ein Werk nicht gelingt?
Einen neuen Versuch.

Welche Vision möchtest Du gerne noch umsetzen?
Noch einen größeren Teil meines Garnfundus zu schönen Textilien zu verweben - ein Stück weit weg vom kommerziellen Gedanken, nur zu meiner eigenen Freude.

Weitere Werker:innen im Fokus.

Werk.statt im Fokus. Archiv









Warum hast Du Dich für das Goldschmiedehandwerk entschieden?
Als Kind hatte ich einen Hofstaat mit Stofftieren für die ich Kronen und allerlei Geschmeide angefertigt habe, im Grunde habe ich ab da immer weitergemacht.

Was machst Du als erstes, wenn Du in die Werkstatt kommst?
Licht an, Bettina und Susanne begrüßen und ein bisschen schwatzen.

Welches ist Dein Lieblings Werkstoff?
Nach über dreißig Jahren bin ich wieder bei meinen frühen persönlichen Leidenschaften angekommen, weiße Metalle, verhaltene Steine.

In welchem anderen Gewerk würdest Du gerne einmal arbeiten?
Textilem und Konditorei.

Welche:r Werker:in hat Dich geprägt? Hast Du ein Vorbild?
Nein.

Was machst Du, wenn Dir ein Werk nicht gelingt?
Verwerfen und von vorne anfangen.

Welche Vision möchtest Du gerne noch umsetzen?
Ich bevorzuge Nahziele.



Warum hast Du Dich für Dein Handwerk Keramik entschieden?
Ich hab mich nicht bewusst für mein Handwerk entschieden. Es war eher eine zufällige Entwicklung …. Nach meinem Abitur entschied ich mich zuerst für die Ausbildung als Schreinerin. Danach studierte ich Bildhauerei und kam erst später durch die japanische Raku Brenntechnik, welche mich auf Anhieb faszinierte, zur Keramik.

Was machst Du als erstes, wenn Du in die Werkstatt kommst?
Im Winter mache ich mir als erstes einen Kaffee, setze mich eine Weile ans Fenster, schaue in den Garten und beginne dann mit der anstehenden Arbeit. Im Sommer setze ich mich mit meinem Kaffee und meinem Hund in die Hollywood Schaukel vor meinem Werkstattfenster und schwinge mich in meinen Werktag.

Welches ist Dein Lieblings Werkstoff?
Ich habe keinen …es gibt so viel tolle, spannende Materialien, die mich begeistern.

In welchem anderen Gewerk würdest Du gerne einmal arbeiten?
Im Gewerk Schmuck! Da hätte ich auch schon eine Idee ….

Welche:r Werker:in hat Dich geprägt? Hast Du ein Vorbild?
Mein Vater war Architekt und somit habe ich früh die Formensprache und Idee des Bauhauses kennengelernt. Das hat mich sicherlich geprägt. Viele Werke von ehemaligen Bauhaus Künstler und Architekten wie Daniel Libeskind, oder Peter Zumthor finde ich unglaublich beeindruckend.

Was machst Du, wenn Dir ein Werk nicht gelingt?
Meistens haue ich es sofort in die Tonne! Manchmal verwahre ich es aber auch, aus irgendeinem Grund und verschenke es dann.

Welche Vision möchtest Du gerne noch umsetzen?
Ich würde gerne einige meiner Arbeiten einmal ganz groß, in der Landschaft integriert stehen sehen, vielleicht aus Beton? Es gibt mittlerweile so schöne, lebendige Betonoberflächen …. Ein kleineres Vorhaben wäre dann eher die Halskette, die schon länger in meinem Kopf umher schwirrt.





Warum hast Du Dich für Dein Handwerk Holz entschieden?
Ich bin in den Beruf hereingewachsen. Als kleines Kind war ich schon immer in der Werkstatt meines Vaters und habe aus Holzresten kleine Schiffe und Fahrzeuge gebaut. Später als Jugendlicher hab ich dann alle Weihnachtsgeschenke für Freunde und Verwandte in kleinen Serien aus Holz angefertigt. Mir wurde der Beruf sozusagen in die Wiege gelegt. Dabei ist es geblieben. Nach einer soliden Ausbildung fertige ich heute freie Arbeiten im Bereich angewandter Kunst/ Konzeptkunst und gebe Schreinerkurse.

Was machst Du als erstes, wenn Du in die Werkstatt kommst?
Bei mir laufen direkt die Arbeitsroutinen ab: Licht anmachen, heizen mit Holz; da es im Winter morgens recht kalt ist in der großen Werkstatt und dann wird auch schon losgelegt. Pausen entstehen bei mir zwischen einzelnen Arbeitsschritten, da gibt es dann noch einmal die Möglichkeit den Ablauf und das Ziel zu korrigieren bei einer Tasse Tee oder Kaffee. Meist ist das Ziel jedoch schon eine klare Vorstellung in meinem Kopf.

Welches ist Dein Lieblings Werkstoff?
Ich arbeite sehr gerne mit Eiche und Zirbelkiefer. Eiche wegen seiner Härte und Gerbsäure und den damit verbundenen Eigenschaften. Zirbelkiefer wegen des wunderbaren Dufts und der schmeichelnd weichen Oberfläche.

In welchem anderen Gewerk würdest Du gerne einmal arbeiten?
Die Schmiede ist für mich ein wunderbares Pendant zum Holz. Die Hitze beim Schmieden, das harte Material, die schwarzen Finger und und das Zischen beim Abkühlen des Materials. Ich hatte das Glück, bei Micha Peteler für unsere Ausstellung in der Rufffactory die Garderobenhaken mitzuschmieden.

Welche:r Werker:in hat Dich geprägt? Hast Du ein Vorbild?
Keiner, ich hab auch kein Vorbild.

Was machst Du, wenn Dir ein Werk nicht gelingt?
Ich versuche mein Ziel im Kopf zu verändern und das Stück zu einem anderen werden zu lassen. Oder es kommt in die Resteecke wo es für ein anderes Stück wieder Verwendung finden kann. Die letzte Alternative ist der Holzofen.

Welche Vision möchtest Du gerne noch umsetzen?
Eine Kurswerkstatt mit verschiedenen Gewerken auf einem Hof. Die zusammen ein wunderbares Team ergeben. Mit angeschlossenem Café wo dann die künstlerischen Arbeiten zum Verkauf ausgestellt sind.